Ökologischer Obstanbau
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Überschrift |
Zielsetzung ist die Erzeugung von ernährungsphysiologisch hochwertigem Obst unter Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und leichtlösliche Dünger. Das bedeutet:
- Verantwortungsbewußte Nutzung und gezielte Förderung der natürlichen Lebensgrundlagen sowie bewußte Vermeidung von Umweltbelastungen
- Erhaltung und Steigerung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit durch Bodenbelebung
- Landschaftspflege und Artenschutz durch Ansiedlung möglichst vieler heimischer Tier- und Pflanzenarten
- Weitgehend geschlossener Betriebskreislauf durch organische Dünge- und Mulchwirtschaft.
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Blütenpflanzen und Insektennahrung |
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In älteren Obstanlagen lassen wir den Wildkrautbewuchs in den Fahrgassen bis zum Blühen stehen. So haben wir auch dort eine reiche Nahrungsquelle für Insekten.
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Bodenruhe und Bodenverbesserung |
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Wenn ältere Obstbäume gerodet werden, ruht die Fläche drei Jahre, bevor sie neu bepflanzt wird. Da wir bei Neuanpflanzungen keine schnelllöslichen Mineraldünger ausbringen, muß der Boden besonders gut vorbereitet werden. Hierzu gehört u.a. eine tiefgründige Lockerung und anschließende Einsaat von Blütenpflanzen. Es verbessert langfristig die Struktur des Bodens, erhöht seinen Humusgehalt und reichert ihn mit Nährstoffen an. Dadurch erhalten unsere neugepflanzten Bäume einen guten Start.
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Baumstreifenpflege |
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Konkurrenz durch (Un-)Kräuter und Gräser im Wurzelbereich des Obstbaumes muß vor allem im Frühjahr beseitigt werden, denn gerade die Blüten- und Fruchtbildung erfordert eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung des Baumes. Der Einsatz von Herbiziden ist im Ökologischen Obstbau verboten. Mit Spezialmaschinen wird der Bewuchs unterschnitten und herausgerissen. An unzugänglichen Stellen muß diese Arbeit mit Hand und Hacke erledigt werden. Handarbeiten sind zwar kostenintensiv, aber sie sind im Ökologischen Obstbau unumgänglich.
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Biotope |
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Entwicklungsmöglichkeiten für eine große Artenvielfalt bieten die angelegten Biotope, ökologischen Nischen und Gehölzriegel. Derzeit finden wissenschaftliche Begleituntersuchungen der Universität Hamburg zu verschiedenen Tiergattungen und Arten wie Vögel, Mäuse, Amphibien, Heuschrecken und verschiedene andere Insektengruppen statt.
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Da zur Vorbeugung von pilzlichen Erkrankungen während der Lagerung keine Fungizide gespritzt werden, muß auf licht- und luftdurchflutete Bäume besonders geachtet werden. Untersuchungen haben ergeben, daß Äpfel, die an der Peripherie des Baumes wachsen, genau so lagerfähig sind wie mit einem Fungizid behandelte Früchte. Das gleiche gilt für die Lagerung unter ULO (ultra low oxygenium)-Bedingungen: Die Äpfel lagern in Räumen mit extrem niedrigem Sauerstoffgehalt und befinden sich so in einem extrem Ruhezustand. Der Stoffwechsel der Früchte ist auf ein Minimum beschränkt, und damit auch gleichzeitig das Entstehen von Lagerkrankheiten.
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Pflanzenschutz-Maßnahmen |
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Naturgemäßer Pflanzenschutz erfolgt vor allem vorbeugend, um günstige Bedingungen für die Pflanzen zu schaffen und deren Abwehrkräfte aufzubauen. Dazu gehören ein gesunder Boden, eine optimale Belichtung der Früchte und Durchlüftung der Bäume. Auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und anderen nichtnatürlichen Hilfsmitteln wird vollständig verzichtet. Statt dessen werden Mineralien, Pflanzenextrakte, Gesteinsmehle und Algenpräparate verwendet. Das Ergebnis sind gesunde und wohlschmeckende Früchte.
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Neue Arbeitsplätze |
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Was aus arbeitswirtschaftlichen Gründen im herkömmlichen Obstbau mit agrarchemischen Hilfsstoffen erreicht werden kann, bedarf im ökologischen Obstbau einer vermehrten Maschinen- bzw. Handarbeit. Hierzu gehören zum Beispiel die Bodenbearbeitung, die Baumstreifenpflege und die Ausdünnung der Obstbäume per Hand. Damit entstehen zahlreiche zusätzliche Arbeitsplätze.
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Kontrolle |
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Jeder Öko-Obsterzeuger, der den Anbauverbänden Bioland, Demeter, Naturland u.a. angehört, wird auf die Einhaltung der Anbaurichtlinien zweifach kontrolliert:
- Kontrolle durch den jeweiligen Anbauverband
- Kontrolle durch die zuständige EG-Kontrollstelle
In die betrieblichen Kontrollen hinsichtlich der Betriebsmittel und Verfahren werden Frucht- und Bodenproben ebenso mit einbezogen wie die Überprüfung der Ernte- und Verkaufsaufzeichnungen. Erst nach diesen umfassenden Kontrollen wird die EG-Kontrollnummer vergeben. Sie berechtigt zur Verwendung der jeweiligen Öko-Marke (Bioland / Demeter / Naturland) auf der Verpackung der Früchte und ermöglicht dem Verbraucher, die genaue Herkunft der Ware zu ermitteln.
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Vermarktungwege |
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Die Vermarktung von ökologisch erzeugtem Obst erfolgt auf verschiedenen Wegen. Vorrangig wird über den Naturkostgroßhandel und Naturkosteinzelhandel wie Bioläden, Hofläden u.ä. vermarktet. Daneben wird die verarbeitende Industrie beliefert, die aus den Früchten Babynahrung, Säfte, Tiefkühlkost und Trockenfrüchte herstellt. Großabnehmer wie Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Kantinen werden z.T. direkt bedient. Der Absatz über den Einzelhandel, Wochenmärkte und Supermärkte sowie der Export bekommt zunehmend Bedeutung.
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Öko-Obstbau Norddeutschland Versuchs- und Beratungsring e.V. (ÖON) |
Beratungsleistungen des ÖON
- Einzelbetriebliche Beratung
- Gruppenberatung
- Seminarveranstaltungen
- Rundschreiben
Versuchswesen des ÖON
Versuche auf anerkannt ökologischen Versuchsflächen am Obstbau Versuchs- und Beratungszentrum Jork zu
- Bodenpflege und Baumstreifenbehandlung
- Pflanzenernährung
- Pflanzenschutz
- Anbausystemen
- Sortentestung
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